Rosenkranzstationen

Version vom 10. Oktober 2026, 14:07 Uhr von VANB (Diskussion | Beiträge) (Rosenkranzstationen am Langen Diek)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Die Wiedererrichtung der Rosenkranzstationen am Langen Diek

von Hermann Terhalle (Quelle: Jahrbuch Kreis Borken 1983, S. 202-205)

Einen großen Tag erlebte die Nachbarschaft Köckelwick-Crosewick vom Langen Diek bei Vreden am Sonntag dem 17 Juli 1983 als Dechant Johannknecht In Anwesenheit von über 800 Teilnehmern die von den Anliegern neu errichteten Rosenkranzstationen einweithe. Viele Stunden aufopferungsvoller Arbeit der Nachbarn fanden in dieser Feierstunde ihren vorläufigen würdigen Abschluss.

Die Idee zur Wiedererrichtung der verfallenen aus, dem Anfang des 20 Jahrhunderts stammenden Stationen war bei einem Nachbarschaftstreffen entstanden. Doch ohne die liebevolle Pflege, die über Jahrzehnte die Familie Lepping der letzten noch erhaltenen Station angedeihen ließ und ohne die Arbeit von Georg Overkamp der vor über 10 Jahren den alten, fast vergessenen Prozessionsweg vom Gestrüpp und wuchernden Pflanzen befreite wäre es wohl nicht so schnell zu dieser Aktion gekommen. Die Idee der Nachbarschaft stieß auf Gegenliebe bei den Pfarreien St. Georg Vreden und Kreuz Erhöhung Ellewick, sowie beim Heimatverein und der Stadt Vreden die alle den Anliegern ihre materielle Unterstützung zusicherten.

So konnte Mitte letzten Jahres mit den Bauarbeiten an den Stationshäuschen, die in Verblendmauerwerk ausgeführt wurden, begonnen werden. in der Töpfermeisterin Frau Miriam Cappel aus Stadtlohn fand man eine Künstlerin, die aus ihrer religiösen Einstellung heraus Mit einem seit vielen Jahrhunderten gebrauchten Werkstoff unsere Heimat zehn Bilder auf Steinzeugfliesen schuf, die durch Konzentration auf das Wesentliche und durch ihre tiefe Symbolik den Betrachter zum Nachdenken und zum Gebet anregen. Im Mai dieses Jahres Wurzeln die bei der Töpferei B. Erning Söhne im Stadtlohn gebrannten Bilder Vom Schmerzhaften und Glorreichen Rosenkranz in die Stationshäuschen eingesetzt.

ährend die letzte Arbeit an den Stationen erfolgte und der alte Prozessionsweg wieder hergerichtet wurde erreichte den Vredener Heimatverein eine Mitteilung des Bistumsarchivs Münster, die darauf hinwies daß diese Stationen und der damit verbundene Prozessionsweg eine mindestens dreihundertjährige Geschichte besitzen und somit auch die alten Rosenkranzbilder bereits ihre Vorgänger hatten.

Diese vergessene Tradition führt uns in die Zeit der Gegenreformation zurück In der Gestalt Christoph Bernhards von Galen, eines politisch recht umstrittenen Landesherrn, erhielt die Diözese in Münster damals einen Bischof, der aus tiefster religiöser Überzeugung mit der Reform der Kirche ernst machte. Eine besondere Rolle spielte dabei die Patres der Gesellschaft Jesu, welche durch Unterweisung und Predigt den Glauben Im Volke neu beleben sollten. Daß diese Vorstellungen auch ins Vredener Land kamen, verdanken wir dem Vredener Stiftsherren und Gründer der Ellewicker Kirche, dem Kanonicus Johann Bernhard Abbing (1639 - 1714), einem tief religiösen und frommen Mann, der besonders eine große Verehrung für die Schmerzhafte Muttergottes empfand.

300 Jahre Rosenkranzstationen zwischen Ellewick und Vreden

von Albert Claushues (Quelle: Jahrbuch Kreis Borken 1989, S. 114-115)

"1989 feiert Vreden nicht nur die erste urkundliche Erwähnung von 1150 Jahren, sondern hatte auch Grund, ein weiteres Jubiläum zu begehen. Die Nachbarschaften "Ellewick/Crosewick, Köckelwick und Oldenkotter Straße" gedachten mit einem Festtag am 16. Juli 1989 der Errichtung des Rosenkranzweges von Ellewick nach Vreden durch den Stiftskanonikus Johann Bernhard Abbing vor 300 Jahren. Im Laufe der Jahrhunderte waren die einzelnen Stationen verfallen bis auf eine, die am Hofe Lepping steht. Die Nachbarschaften haben vor einigen Jahren die Stationen neu errichtet, und als krönenden Abschluß konnte die im Marianischen Jahr 1987/88 erbaute Rosenkranzkapelle eingeweiht werden.

An der Gedenkfeier nahmen neben den zahlreich erschienenen Gläubigen mehrere Ehrengäste teil, darunter Antoni Soltysik, Pfarrer der St. Nikolaus Gemeinde in Krakau, sowie aus Vreden gebürtige Prälat Wilhelm Wissing, Vredens Bürgermeister Bernhard Becking und der Heimatvereins-Vorsitzende Wilhelm Elling würdigten das ehrenamtliche Engagement der Nachbarschaften und betonten, daß der hier gezeigte Einsatz Vorbild für weitere Vorhaben sein könnte.

Bei der Feier am Kreuz wurde eine Fahne eingeweiht, diean dieses Jubiläum erinnern soll. Sie war von den Nachbarn gestiftet worden. Der Ellewicker Kirchenchor und der Musikzug der freiwilligen Feuerwehr Vreden wirkten bei der Gestaltung der Andachtsstunde mit. Der 'Rosenkranzweg' ist ein Glaubensbezeugnis vergangener Jahrhunderte und die Neuanlage ein Glaubenszeugnis unserer Tage."